Tapferer Ritter Julian
Tapferer Ritter Julian

Bilder zur Stammzellenentnahme, im August 2012

Für die, die mehr wissen wollen,über Julians Therapiemöglichkeit.
Haploidentische
Stammzelltransplantation:
wenn Eltern für ihre Kinder spenden.
Aufreinigung der Zellen
Wie ist es möglich, dass Eltern für ihre Kinder spenden können?
Wie grundsätzlich alle Gene, erhält das Kind vom Vater und von der Mutter jeweils die
Hälfte seiner Gewebsmerkmale (HLA-Allele). Das heißt,: die Eltern können jeweils nur zur
Hälfte passen (sind „haploidentisch“).Würde man Knochenmark gänzlich unbearbeitet von
den Eltern verwenden, so würde dies zu einer lebensbedrohlichen Transplantat-gegen-
Wirt-Reaktion führen.
Entfernt man jedoch alle störenden Zellen des Knochenmarks mit Antikörpern und winzigen
Magnetpartikeln (Graft Manipulation) und lässt nur die wichtigen Stammzellen übrig, kann
die Transplantation gelingen - obwohl Vater oder Mutter eigentlich keine passenden Spender
sind.
Kann man mit der Stammzellspende der Eltern Kinder wirklich heilen?
Definitiv ja!
Leider werden nicht alle Patienten gesund. Wie bei jeder Stammzelltransplantation können
auch danach wieder Rückfälle auftreten. Zudem kann die Transplantation selber ernsthafte
Gefahren bergen.
Daher können im Falle der akuten lymphatischen Leukämie die Hälfte der Kinder durch
eine solche Transplantation geheilt werden, im Falle von nicht bösartigen Erkrankungen
sogar deutlich mehr.
Wichtig ist, dass alle diese Kinder ohne eine Stammzellspende ihrer Eltern definitiv
keine Aussicht gehabt hätten, wieder gesund zu werden!
Übrig bleiben reine Stammzellen.

Quelle:
Förderung: Sonderforschungsbereich 510 der DFG, Projekt: Haploidentische Stammzelltransplantation;
Leiter: Dr. med. Peter Lang
Reinhold-Beitlich-Stiftung, Tübingen

 

Haploidentische Stammzellspende:

Analyse zeigt: weniger Rezidive, geringere Transplantations-bedingte Mortalität Die haploidentische Stammzelltransplantation gewinnt immer mehr Verbreitung in der Hämatologie, weil eine allogene Transplantation dadurch für viele Patienten überhaupt erst möglich wird: Prinzipiell kommt jeder Blutsverwandte ersten Grades als Spender infrage. Eine Analyse italienischer Zentren bestätigt nun die Vermutung, dass die Mutter sich als Spender wesentlich besser eignet als Vater oder Geschwister .Beim transplazentaren Austausch mütterlicher und fetaler Zellen während der Schwangerschaft kommt es zur Exposition beider Immunsysteme gegenüber den jeweiligen Alloantigenen und langfristig zu einem reziproken Mikrochimärismus bei Mutter wie Kind. Das sollte theoretisch bei einer haploidentischen Transplantation von der Mutter auf das Kind zu Toleranz auch dann führen, wenn die T-Zellen nicht aus dem Transplantat entfernt werden. In der Praxis entwickeln aber die meisten so behandelten Patienten trotz starker immunsuppressiver Therapie eine akute und/oder chronische Graft-versus-Host-Erkrankung/GvHD).Transplantiert man hingegen große Mengen an Stammzellen, aus denen die T-Zellen rigoros entfernt wurden, so kann man nach der Übertragung auf eine medikamentöse GvHD-Prophylaxe verzichten und erhält trotzdem nur selten Abstoßungsreaktionen. Die Schwangerschaft spielt eine Rolle Der Graft-versus-Leukämie-Effekt, der den Hauptnutzen einer allogenen Transplantation ausmacht, schien bei dieser Praxis vor allem aufalloreaktiven natürlichen Killerzellen(NK-Zellen) zu beruhen. In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass T-Lymphozyten dennoch eine Rolle spielen: Sie sind auch in den T-Zelldepletierten Stammzell-Präparationen in so geringer Zahl enthalten, dass sie keine GvHD verursachen. Da hier keine Immunsuppression erfolgt, können sie aber gegen leukämische Zellen stärker zur Wirkung kommen als bei der nicht T-Zell- depletierten Spende, wo sie pharmakologisch ausgeschaltet werden .In einem solchen Setting, so Dr.Martin Stern, Basel, könnte   des Kindes den Ausgang der Transplantation beeinflussen. Um diese Frage anzugehen, wurden die Daten von 118 kindlichen Patienten und jungen Erwachsenen retrospektiv analysiert, die in zwei italienischen Kliniken wegen akuter Leukämien eine T-Zell-depletierte, haploidentische Stammzelltransplantation von einem Elternteil erhalten hatten. Die Ergebnisse scheinen die Hypothese der Autoren zu bestätigen: Patienten, deren Transplantat von der Mutter stammte, hatten mit 50, 6 % eine wesentlich bessere ereignisfreie 5-Jahres-Überlebensrate als die vom Vater mit 11,1 %(p < 0,001). Dieser Vorteil mütterlicher Transplantate war unabhängig davon, ob die Leukämie myeloisch oder lymphatisch war, aber er war bei Transplantation in einer Remission wesentlich ausgeprägter als bei-resistenten Erkrankungen. Der Vergleich mit anderen Datenzeigte, dass es nicht primär das Geschlecht des Spenders ist, das den Ausschlag gibt, sondern die speziellen, in der Schwangerschaft geknüpften immunologischen Beziehungen zwischen Mutter und Kind :Bei Patienten, die Stammzellen von Geschwistern erhalten hatten, war das Ergebnis nämlich unabhängig vom Geschlecht des Spenders.

Spende vom Vater: 46,5 % Rezidive

Auch in einer Multivarianz-Analyse, in die noch bekannte Prognosefaktoren wie Alter, Krankheitszustand

bei Transplantation und Alloreaktivität der NK-Zellen eingingen, war ein väterlicher Spender ein unabhängiger Risikofaktor Um wirklich gute ereignisfreie Überlebenschancen von über 60 %nach mehreren Jahren zu haben, mussten die Merkmale mütterliche haploidentische Spende und NK Alloreaktivität (d.h. KIR-Liganden-Inkompatibilität) beide vorhanden sein. Lag nur eines vor, so kamen die Patienten lediglich auf Raten um 30 %, während ein väterliches Transplantat mit nicht alloreaktiven NK-Zellen langfristig praktisch nicht überlebensfähig war.

Die mütterliche haploidentische Stammzellspende war der väterlichen vor allem in der Verhinderung von Rezidiven überlegen: 22,7 %rezidiv bedingte Mortalität stehen 46,5 % bei väterlicher Spende gegenüber

5-Jahres-Überleben bedeutet keineswegs Heilung.

Nach fünf Jahren ohne Rezidiv gelten Tumorpatienten allgemein als „geheilt“. Ob vor allem Kinder und Jugendliche dann eine normale, alters- und geschlechtsspezifische Lebenserwartung haben, ist aber die Frage.

 

Quelle: Mertens AC et al.,

C, J Natl Cancer Inst 2008; 100: 1368–79



Ritter Julian